Fachartikel

BIM und HOAI

von Rechtsanwalt Ralf Kemper

BIM und HOAI

Building Information Modeling (BIM) ist eine im Ausland erprobte, in Deutschland noch neuartige Planungsmethode, die auf digitaler Basis ein virtuelles Modell des Bauvorhabens erstellt und in diesem Modell die Objekt- und Fachplanung integriert, so dass mögliche Kollisionen und Planungsfehler frühzeitig erkannt und bereits im Modell behoben werden können. Die Planung im 3D-Modell mit einer frühzeitigen Integration von Fachplanungsleistungen in die Objektplanung und dadurch vorweggenommene Kollisionsfreiheit soll insbesondere die Planungsprozesse stringenter machen und zu einer besseren Qualität führen, um spätere Änderungen und Nachträge von Bauunternehmen zu minimieren. Das virtuelle Planungsmodell kann dreidimensional dargestellt werden, wird es um die Komponente Zeit ergänzt, ist von einem 4D-Modell die Rede, bei der Ergänzung um aus dem Modell heraus generierten Kosten wird von einem 5D-Modell gesprochen und ist das Modell sogar geeignet, durch entsprechende Attributierung der Bauteile auch für die Betriebsphase des Gebäudes genutzt zu werden (Facility Management Benefits), kann man von einem 6D-Modell reden. Die technischen Einzelheiten sollen hier nicht weiter erörtert, sondern allein das Verhältnis zur HOAI behandelt werden. Auch wenn die derzeit bearbeiteten Pilotprojekte größtenteils außerhalb der Tafelwerte liegen dürften und insoweit das Preisrecht gem. § 7 Abs. HOAI ohnehin nicht anwendbar ist, wird auch dort in der Diskussion und Vertragsgestaltung insbesondere auf das Leistungsphasenmodell der HOAI Bezug genommen.

Der vollständige Aufsatz „BIM und HOAI“ erschien zuerst in der Fachzeitschrift „baurecht“ (BauR 2016, 426 - 428 (Heft 3)). Sie können den Beitrag hier online betrachten und herunterladen.