Fachartikel

Das Leistungsbild des BIM-Managers

von Prof. Dr. Klaus Eschenbruch und Dr. Robert Elixmann, Düsseldorf

A. Einführung

Building Information Modeling (BIM) ist eines der innerhalb der Baubranche aktuell am intensivsten diskutierten Zukunftsthemen. BIM beschreibt eine Planungsmethode im Bauwesen, bei der digitale Gebäudeinformationen erzeugt, verwaltet und zu einem dreidimensionalen (virtuellen) Gebäudedatenmodell zusammengefasst werden, das dann bei einer idealtypischen Umsetzung eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen während des gesamten Lebenszyklus' des Gebäudes von der Vorplanung bis zum Rückbau liefern kann. Durch die Digitalisierung der Bauplanung und Ausführung und die Ausschöpfung der dadurch geschaffenen Möglichkeiten durch BIM erhofft man sich viele Vorteile. Unter anderem verspricht man sich eine Steigerung der bisherigen Planungsqualität durch eine engere Verzahnung der Beiträge der Projektbeteiligten und eine automatische Kollisionsprüfung (Clash Detection), eine frühzeitigere und effizientere Optimierung von Planungsentwürfen, verbesserte Vermarktungsmöglichkeiten durch eine Visualisierung der Planung in Form eines 3D-Modells, eine Steigerung der Qualität von Ausschreibungsunterlagen, präzisere Mengenermittlungen zu Abrechnungszwecken, verbesserte Möglichkeiten der Berechnung von Planungsänderungsfolgen, eine Optimierung der Bauablaufplanung, eine höhere Terminsicherheit und eine bessere Dokumentation des abgeschlossenen Bauvorhabens im Hinblick auf spätere Immobilientransaktionen (Due Diligence-Prüfungen) und den Gebäudebetrieb ("Facility Management" - FM).

Fachverbände, wie der Verein Deutscher Ingenieure (VDI), das Deutsche Institut für Normung (DIN), der Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung (AHO) oder der Verband Deutscher Projektsteuerer (DVP) richteten Arbeitskreise zum Thema BIM ein. Namhafte europäische Baukonzerne schlossen sich zu der sog. 5 D-Initiative zusammen, unter deren Überschrift sie ihre Anforderungen an die Hard- und Softwareindustrie für eine Digitalisierung des Bauwesens formulieren. Unternehmer und Verbände aus der Wertschöpfungskette des Planens, Bauens und Betreibens gründeten Anfang 2015 die "Bauen Digital GmbH", die die Einführung von BIM in Deutschland voran treiben soll. Die Reformkommission Bau von Großprojekten ("Ramsauer-/Dobrindt-Kommission") wird BIM als ein Mittel zur Bewältigung der aus der Vergangenheit bekannten Schwierigkeiten bei Baugroßprojekten empfehlen. Die öffentliche Bauverwaltung näherte sich dem Thema BIM durch die Finanzierung von Forschungsgutachten und die Ausweisung diverser Infrastrukturprojekte als BIM-Pilotprojekte an. Auch in der juristischen Fachwelt kommt BIM langsam an. Nach einem ersten Grundlagenaufsatz zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für die Umsetzung von BIM von Eschenbruch/Grüner im Juli letzten Jahres, widmete Leupertz auch sein Editorial von Heft 09/2013 der Baurecht dem Thema BIM. In der Januarausgabe der Baurecht setzten sich Fischer/Jungedeitering ebenfalls mit den rechtlichen Implikationen von BIM auseinander. 

Anders als in skandinavischen Ländern, Singapur, den USA oder den Niederlanden werden in Deutschland Bauprojekte noch nicht umfassend mit BIM-Technologien umgesetzt. Meistens erarbeiten Objekt- und Fachplaner ihre Arbeitsergebnisse noch als "Insellösungen" auf der Grundlage unterschiedlicher, fachplanungsspezifischer Software, ohne digitale Plandaten untereinander auszutauschen. Lediglich bei großen Projekten setzt sich zunehmend die Verwendung von Planungsplattformen durch, bei denen alle Planungsbeteiligten nach einheitlichen Formaten und Planungsprogrammen Planungsergebnisse in Datenform austauschen müssen. Dabei wird oft eine 3-D-Planung der Haupttrassen der TGA-Gewerke verlangt. Eine durchgängige 3-D basierte Planung erfolgt jedoch bisher in den allermeisten Fällen nicht.

Den vollständigen Fachaufsatz aus der Zeitschrift baurecht (BauR) können Sie hier betrachten und herunterladen.