Die Freude am Projekt Eigenheim kann schnell getrübt werden. Bester Schutz dagegen ist eine fundierte Bau- und Kostenkontrolle, die bereits vor dem ersten Spatenstich anfängt. Im Gespräch erläutern Kathrin Heerdt, Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht, und Joachim Kammler, Architekt und Bausachverständiger, worauf es dabei ankommt und was zu tun ist, wenn doch einmal etwas schief läuft.
Frau Heerdt, Herr Kammler, zunächst einmal grundsätzlich: Worum geht es bei der Baukostenkontrolle?
Heerdt: Im Grunde geht es darum, Auftrag und erbrachte Leistungen abzugleichen. Entspricht das, was auf der Baustelle entsteht, auch wirklich dem, was sie als Bauherr beauftragt und erwartet haben? Um diese einfach klingende Frage beantworten zu können, brauchen Auftraggeber und Auftragnehmer dringend ein einheitliches Verständnis über die Leistungen. Das ist bei großen Fragen, wie der Gestaltung des Hauses, ebenso relevant wie bei Details, zum Beispiel der Frage, ob mit ‚Zimmertüren‘ eine Vollholztür oder Baumarktstandard gemeint sein soll.
Kammler: Die Bau- und Kostenkontrolle beginnt deutlich vor dem ersten Handschlag auf der Baustelle. Schon das Erstgespräch mit Architekten oder Bauunternehmer ist entscheidend für den weiteren Verlauf. Bauherren sollten sich auf solche Termine sehr gut vorbereiten und ihren Kostenrahmen unmissverständlich klar machen. Als Architekt kann ich dann die Vorstellungen des Bauherren sehr schnell einschätzen und das Bauvolumen auf Machbarkeit prüfen. Meine Rolle verstehe ich als ‚Sach- und Vermögensverwalter‘ eines Bauvorhabens. Dazu gehört für mich die Verpflichtung, dem Bauherren gute Grundlagen für alle baurelevanten Entscheidungen zu liefern. So entsteht von Anfang an Planungssicherheit, zum einen für den Bauherren, aber auch für uns als Planer und ausführendes Unternehmen. Eine gut vorbereitete und gepflegte Baukostenkontrolle ist übrigens auch ein Qualitätsmerkmal von Architekten.
Dieser Artikel ist in der Ausgabe 08/09.2016 der Zeitschrift bauen! erschienen. Den vollständigen Artikel „Kontrolle ist besser“ können Sie sich hier online betrachten und herunterladen.