Tagung

Konzept der Grundlagenveranstaltung bestätigt

Ein der eigentlichen Tagung vorgelagerter Programmpunkt ist die „echte“ Grundlagenveranstaltung für junge Baurechtler. Thema in Hamburg war der „Baubetrieb für Baurechtler: Die Kalkulation verstehen“. Dr.-Ing. Robert Tietz führte als ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet der Baubetriebswirtschaft mit anschaulichen Praxisbeispielen durch die Veranstaltung. Tietz überzeugte mit Sachkenntnis und lockerem Vortragsstil, was die Evaluation der Veranstaltung eindrucksvoll bestätigt.

Um die Grundlagen der baubetrieblichen Kalkulation darzustellen, jonglierte der Referent mit vielen Zahlen und Rechenbeispielen und verdeutlichte anhand eines Beispiels zum Trockenbau die erheblichen Unterschiede bei der Preisbildung. Der tatsächliche Angebotspreis liege aber oftmals bis zu 50 Prozent unter dem Preis, der sich bei einer rein theoretischen Kalkulation ergebe. Schließlich gehe es darum, den Auftrag zu erhalten, betonte Tietz.

Die Teilnehmer der Grundlagenveranstaltung erfuhren dann noch einiges über das Kalkulationsverfahren im Allgemeinen, die Bildung der Angebotspreise und die Zuschlagskalkulation im Besonderen. Die Musik spiele hier in der Verteilung der Zuschläge, ließ Tietz die Zuhörer wissen und regte eine Diskussion zu den Zuschlägen für „Wagnis und Gewinn“ an. Als Sachverständiger könne er die oft aufgeworfene Frage nach dem „richtigen oder angemessenen“ Gewinn unmöglich seriös beantworten, da dies allein das bietende Unternehmen zu entscheiden habe, wie es wirtschaftlich dastehen könne oder wolle.

Die Veranstaltung schloss mit einem Ausblick auf das erste Referat der Baurechtstagung zur „Geltendmachung von Nachträgen nach neuem Recht“. Tietz leitete die jungen Kolleginnen und Kollegen in das Hauptprogramm über, indem er die Berechnungsvarianten nach Abs. 1 und Abs. 2 des neuen § 650c BGB und deren Unterschiede darstellte und hilfreiche Hinweise erteilte, worauf die Teilnehmer bei dem sich anschließenden Vortrag von Prof. Leupertz achten sollen.

Diesen Schwung nahmen die jungen Baurechtler mit in die Tagung, so dass sich die Grundlagenveranstaltung wieder einmal lohnte. Tatsächlich verändert sich das Gesicht dieser Veranstaltung, indem es gelingt, ein jüngeres Publikum in kleinerem Kreis an baurechtliche Themen heranzuführen.

Top-Bewertungen und Traum-Quote

Dass das Konzept der „echten“ Grundlagenveranstaltung für junge Baurechtler bis 40 Jahre aufgeht, dokumentiert auch die Evaluation der Grundlagenveranstaltung in Hamburg ausdrücklich. Ein starkes Drittel (37 Prozent) der Teilnehmer nutzte die anschließende Umfrage für ein Feedback. Mehr als drei Viertel (78 Prozent) bewerteten die Veranstaltung mit 7 bis 10 Punkten mit gut bis sehr gut. 60 Prozent empfanden die Veranstaltung als (sehr) hilfreich für die Praxis. Beinahe alle (94 Prozent) würden die Grundlagenveranstaltung auf jeden Fall bzw. sehr wahrscheinlich weiterempfehlen. Über eine Frauenquote müssen sich die jungen Baurechtler offenbar keine Gedanken machen, denn 50 Prozent waren Teilnehmerinnen.