Urteilsbesprechung

Trotz Stundenhonorarvereinbarung: Freier Mitarbeiter kann nach HOAI abrechnen!

26.01.2018 – Ein selbstständiger Architekt vereinbart mit einem anderen Architekten als Auftraggeber, dass er für diesen als freier Mitarbeiter auf Stundenhonorarbasis tätig wird. Nebenbei führt er ein eigenes Büro weiter. Die jeweilige Beauftragung für die betroffenen Vorhaben erfolgt mündlich oder per E-Mail. Die in Streit stehenden Leistungen für sechs Bauvorhaben rechnet der Architekt zunächst mit dem vereinbarten Stundenhonorar ab. Als es zum Bruch zwischen den Parteien kommt und die Zusammenarbeit beendet ist, erstellt der Architekt aber eine Schlussrechnung auf der Grundlage der HOAI nach dortigen Mindestsätzen und fordert über 178.000 Euro brutto vom AG. Der Auftraggeber verweist auf die Vereinbarten Stundenhonorare. Lesen Sie hier die Entscheidung des OLG Oldenburg. » mehr

Urteilsbesprechung

Schadensersatz wegen Planungsverzugs setzt bauablaufbezogene Darstellung voraus!

24.01.2018 – Ein Auftraggeber will acht Häuser errichten und beauftragt hierfür den Auftragnehmer mit den Leistungsphasen 1 bis 5 der Fachplanung Tragwerksplanung. Die für den Rohbaubeginn notwendigen Schal- und Bewehrungspläne liegen nach Freigabe durch den Prüfstatiker erst vier Monate verspätet vor. Sofort wird mit dem Rohbau begonnen. Die Rohbauten werden sieben bis acht Monate verspätet fertig gestellt. Die Fertigstellung der einzelnen Häuser verzögerte sich teilweise nochmals um weitere zwei Monate. Der Auftraggeber macht wegen der verspäteten Bezugsfertigkeit Schadensersatz gegen den Auftragnehmer geltend. Dieser wendet ein, der Prüfstatiker habe die Schal- und Bewehrungspläne verzögert geprüft. Zudem sei es bei dem Bauvorhaben später zu diversen Bauausführungsnachträgen gekommen. Hier lesen Sie, wie das OLG entschieden hat. » mehr

Urteilsbesprechung

Kein Nachtragsangebot vorgelegt: Muss der Auftraggeber trotzdem zahlen?

22.01.2018 – Der Auftragnehmer wird mit der Errichtung eines Rohbaus zu einem Pauschalpreis von 400.000 Euro beauftragt. Dieser soll als "Festpreis" auch die "Vergütung von Nebenleistungen" mit einschließen. Der Rohbau wird auf der Grundlage von Plänen errichtet, die - so der Auftragnehmer - bei Angebotserstellung noch gar nicht vorgelegen hätten. Er macht deshalb für verschiedene Zusatzleistungen (u. a. Betonstützen, Schockbohlen sowie Dübelleisten) eine Mehrvergütung von über 27.000 Euro geltend. An entsprechenden Nachtragsangeboten fehlt es. Das Landgericht ist der Meinung, der Auftragnehmer habe keinen Anspruch auf zusätzliche Vergütung, weil in der Erbringung der Nachtragsleistungen ohne vorheriges Nachtragsangebot das Angebot auf kostenlose Erbringung zu sehen sei. Stimmt das OLG Hamm dieser Sichtweise zu? » mehr