Urteilsbesprechung

Baugrundprobleme sind Auftragnehmerprobleme!

Bahngleise werden verlegt

15.08.2019 – Der Auftragnehmer (AN) wird mit der Herstellung einer Schottertragschicht und dem Schotterfeinplenum beauftragt. Darauf verlegt der Auftraggeber (AG) Fertigbetonelemente zur Aufnahme von Gleisen. Nach Ausführung der Arbeiten kommt es zu Schäden an den Betonschwellen, die - wie sich später herausstellt - auf einen vom AN nicht ordnungsgemäß verdichteten Untergrund zurückzuführen sind. Der AG verlangt vom AN nach Beseitigung der Mängel 48.000 Euro. Der AN verteidigt sich u. a. damit, die Setzungen seien auf Probleme mit dem Untergrund zurückzuführen. » mehr

Urteilsbesprechung

Entlastet ein Fehler des Statikers den Architekten?

Zufahrt zu einer Tiefgarage

15.08.2019 – Ein Bauherr (B) verklagt "seinen" Architekten (A) wegen Mängeln an einer Tiefgarage, bei der es infolge von eingeschleppten Tausalzen zu einer chemischen Belastung und zu Schäden kam. A wendet ein, dass B sich ein Verschulden des Statikers (S) hinsichtlich der Auswahl der Expositionsklasse des Betons anspruchsmindernd entgegenhalten lassen müsse. » mehr

Urteilsbesprechung

Grundstücksverkauf mit Bauverpflichtung: Öffentlicher Bauauftrag?

Grundstücksverkauf mit Bauverpflichtung: Öffentlicher Bauauftrag?

14.08.2019 – Eine Kommune verkauft Grundstücke in zentraler Lage. Auf einem der Grundstücke wird eine mit öffentlichen Fördermitteln errichtete "Parkpalette" betrieben. Ein Investor möchte die Parkpalette abreißen und ein Einkaufszentrum errichten. Zur Realisierung soll parallel ein Durchführungsvertrag (DV) geschlossen werden. Im DV wird unter anderem geregelt, dass auf dem Dach des Einkaufszentrums Parkplätze zu errichten und zu unterhalten sind, von denen 226 der Öffentlichkeit gewidmet werden sollen. Die Anzahl der öffentlichen Parkplätze entspricht der durch den Abriss wegfallenden. Die Kommune sieht eine "günstige Gelegenheit", sowohl eine städtebaulich unerwünschte Situation zu beseitigen als auch dem angelaufenen Sanierungsstau der Parkpalette zu begegnen. Ferner muss der Investor Erschließungsleistungen erbringen, die im Zusammenhang mit dem privaten Vorhaben stehen. Ein Mitbewerber ist der Auffassung, dass durch Kombination von Grundstückskaufvertrag und Bauverpflichtungen im DV ein öffentlicher Bauauftrag ohne notwendige europaweite Ausschreibung vergeben wurde. Er stellt Nachprüfungsantrag. Mit Erfolg? » mehr

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In welchem Verhältnis haften Planer und Bauunternehmer für planungsbedingte Baumängel?

In welchem Verhältnis haften Planer und Bauunternehmer für planungsbedingte Baumängel?

26.07.2019 – Ein Bauträger beauftragt den Unternehmer (U) mit Außenputzarbeiten auf der Grundlage der Planung des Architekten (A), der auch mit der Objektüberwachung beauftragt ist. Wegen Rissen in der Fassade verklagt der Bauträger U und A als Gesamtschuldner erfolgreich auf Zahlung von rund 90.000 Euro, die A nach Aufforderung zu 50% an den Bauträger zahlt. A nimmt U im Wege des Innenregresses auf Erstattung dieser Zahlung in Anspruch. » mehr

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Keine Detailpläne vorgelegt: Bauherrn trifft Mitverschulden

Keine Detailpläne vorgelegt: Bauherrn trifft 50% Mitverschulden!

25.07.2019 – Der Bauherr verlangt Schadensersatz im Zusammenhang mit Mängeln. Er geht gegen den Planer, den bauaufsichtführenden Architekten und den Bauunternehmer vor. Zunächst war in der Genehmigungsplanung ein Autoaufzug mit einem begrünten Flachdach vorgesehen, das sich jedoch als nicht durchführbar erwiesen hatte. Stattdessen wurde ein mangelhaftes Metalldach erstellt mit einer zu geringen Neigung sowie einer Wasserablaufrinne ohne Notentwässerung und ohne darunterliegende Abdichtung. Aufgrund dieser Mängel trat Feuchtigkeit in das Bauwerk ein. » mehr

Urteilsbesprechung

Erstattung einer durch Täuschung erlangten Zahlung

Erstattung einer durch Täuschung erlangten Zahlung

24.07.2019 – Die Parteien stritten um wechselseitige Ansprüche aus einem Grundstückskaufvertrag. Die Beklagte übernahm die Verpflichtung, bestimmte Flächen in einer an die Klägerin verkauften Gewerbeimmobilie zu einer bestimmten Miete und einer Laufzeit von 10 Jahren zu vermieten. Bis zur Erfüllung dieser Verpflichtung war die Klägerin zu einem Kaufpreiseinbehalt i.H.v. 250.000 Euro berechtigt, den sie zunächst geltend machte. Nach Schwierigkeiten bei der Vermietung, schlossen die Parteien eine "Eckpunktevereinbarung". Diese verhinderte jedoch nicht den weiteren Streit. » mehr

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Planung wird vom Bauherrn verwertet: Architekt erhält trotzdem kein Honorar!

27.06.2019 – Ein Architekturbüro (A-Büro) beansprucht Honorar für Architektenleistungen im Zusammenhang mit der Errichtung von vier Mehrfamilienhäusern und sechs Stadthäusern. Der Bauherr war Eigentümer eines der betreffenden Grundstücke. Das mitbeplante Nachbargrundstück stand im Eigentum einer Objektgesellschaft, deren Geschäftsführer auch Geschäftsführer des A-Büros war. Die Parteien streiten darüber, ob zwischen ihnen ein Architektenvertrag in Bezug auf die Leistungen für beide Grundstücke zu Stande gekommen ist oder ob dem A-Büro zumindest ein Anspruch für den Planungsanteil, der auf das Grundstück des Bauherrn entfiel, zusteht. » mehr

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Abschlagszahlung nur bis Schlussrechnungsreife!

26.06.2019 – Der Auftragnehmer (AN) wird vom Auftraggeber (AG) mit Stahlbauarbeiten beauftragt. Der AN tritt Abschlagsforderungen gegen den AG an ein Factoring-Unternehmen ab. Der Factor klagt die Abschlagsforderungen im Urkundenprozess gegen den AG ein. Der AG verteidigt sich damit, dass er dem AN gekündigt hat und der AN daher nur noch einen Anspruch auf Schlusszahlung durchsetzen kann, weil die sogenannte "Schlussrechnungsreife" eingetreten ist. Der Senat folgt dieser Rechtsansicht und wirft die Frage auf, wer die (fehlende) Schlussrechnungsreife beweisen muss. Urkunden dazu, dass die Schlussrechnungsreife eingetreten ist, liegen nicht vor. Wenn der AG die Schlussrechnungsreife beweisen muss, wäre daher die Klage begründet, wenn den AN die Beweislast trifft, wäre sie unbegründet. » mehr

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E-Mail mit eingescanntem Schriftsatz ist kein elektronisches Dokument

25.06.2019 – Am Tage des Ablaufs der verlängerten Begründungsfrist scheitert die Faxübermittlung. Der Anwalt sendet den vollständigen und von ihm unterzeichneten Schriftsatz als (unsignierte) PDF-Datei per E-Mail an das Gericht. Die E-Mail wird am Folgetag an die Serviceeinheit weitergeleitet und erst Wochen später auf Anweisung der Berichterstatterin ausgedruckt. Das Rechtsmittel wird als verfristet verworfen. Zu Recht? » mehr

Urteilsbesprechung

Kein Leistungsabruf = freie Kündigung?

29.05.2019 – Die Parteien streiten um Vergütung für nicht erbrachte Planungs- und Beratungsleistungen. In der zweiten Jahreshälfte 2012 hat der Auftraggeber (AG) beim Auftragnehmer (AN) wider Erwarten keine weiteren Leistungen mehr abgerufen. Daraufhin stellt der AN mit der Rechnung vom 28.03.2013 (ausschließlich) noch nicht erbrachte Leistungen abzüglich ersparter Aufwendungen gem. § 649 Satz 2 BGB a.F. in Rechnung. Kann dies als Erfüllungsverweigerung gewertet werden? Ab wann greift die „freie Auftraggeberkündigung“? Diese Fragen beantwortet Rechtsanwalt Stefan Geheeb in seiner Urteilsbesprechung. » mehr