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Schauspiel für Baurechtler - ein Nachbericht

Das ausgehende Jahr 2018 haben wir für eine besondere Premiere genutzt: Am 8. und 9. Dezember fand erstmals das Seminar „Schauspiel Baurechtsanwalt“ statt – exklusiv nur für Mitglieder. Gemeinsam mit den zwei erfahrenen Schauspiel-Profis Tobias Schulze und Michael Keller von der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin widmeten sich die Teilnehmer unter anderem ihrer sogenannten Berufspersönlichkeit. Mit praktischen Übungen feilte die Gruppe zwei Tage lang an der Souveränität des persönlichen Auftretens. In unserem Nachbericht lassen wir einige Teilnehmer zu Wort kommen und verraten Ihnen das eine oder andere Geheimnis des erfolgreichen Auftretens. 

Es war nicht der erste Schauspiel-Workshop mit Anwälten für die erfahrenen Schauspieler Tobias Schulze und Michael Keller und dennoch war es eine Premiere. Erstmals passten die beiden Dozenten der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin das Format speziell an den Berufsalltag von Baurechtlern an. „Der Schwerpunkt lag darauf, wie ich in unterschiedlichen Situationen, von der Verhandlung über ein Mandantengespräch bis zum Prozess, souverän agiere. Dabei betrachten wir Kommunikation ganzheitlich und achten nicht nur auf die verbale Interaktion“ erläutert Tobias Schulze und merkt an, dass man noch ein zwei Wiederholungen des Formats brauche, um noch näher an die baurechtliche Praxis heranzukommen.

Gestaltung der Beziehungsebene

Inhaltlich konzentrierten sich Trainer und Teilnehmer auf die Gestaltung der Beziehungsebene. „Bei uns Schauspielern ist es das Publikum, beim Anwalt der Mandant, Richter oder Gegner. Doch die Funktionsweisen sind die gleichen. Daher haben wir viele klassische Schauspielübungen angewendet“, erläutert Dozent Schulze. In der anschließenden Analyse untersuchten die Trainer, wie die Verbindung zum Partner funktioniert hat. „Viele vergessen nämlich, dass das Gegenüber bei Auseinandersetzungen immer auch Partner ist, von dem man etwas will“, ergänzt Schulze.

Präsenz lässt sich trainieren

In Gruppen trainierten die Teilnehmer Aufmerksamkeit und Konzentration. Dabei ging es darum zu verstehen, dass man sich nicht nur auf sein Gegenüber, sondern gleichzeitig auch auf das Drumherum konzentrieren kann. Dies hilft beispielsweise vor Gericht, um die Stimmung oder das, was außerhalb des Sichtfeldes geschieht, mitzubekommen. „Im Allgemeinen wird das als starke Präsenz oder Ausstrahlung beschrieben, die angeboren scheint. Doch das kann man trainieren. Es macht nämlich einen großen Unterschied, WIE man seine Inhalte präsentiert. Dafür haben wir neben der Stimme weitere Kommunikationskanäle zur Verfügung, die es richtig zu nutzen und verstehen gilt“, beschreibt Schulze weiter.

Teilnehmer Rechtsanwalt Dr. Pirmin Schmid schätzte besonders die professionelle und ehrliche Kritik, die man als erfahrener Anwalt so nicht häufig erhalte. „Das direkte Feedback war zwar nicht immer angenehm, allerdings lässt sich damit sehr gut arbeiten.“ Über die Jahre schleichen sich oftmals Angewohnheiten und Prozesse ein, mit denen man selbst unzufrieden ist. „Das fällt einem in der Selbstreflexion jedoch nicht auf. Dazu benötigt es die Interaktion mit externer Beobachtung. Mit unserem Blick von außen konnten wir sehr viele neue Impulse setzen und sagen, worauf es zu achten gilt“, erklärt Schulze.

Begeisterte Teilnehmer und Veranstalter

Die Resonanz der Teilnehmer zeigt, dass es funktioniert hat. „Ich habe viel erwartet, aber es ist noch mehr geworden. Das war eine wahnsinnige Erkenntnis“, beschreibt Rechtsanwältin Karin Blankenhorn-Billing ihr Fazit: „Die zwei Tage waren sehr intensiv und anstrengend, aber es war eine riesige Erfahrung, die ich nicht missen möchte.“ Dr. Schmid zeigt sich nicht nur vom Inhalt, sondern auch von den Dozenten begeistert: „Die waren beide brillant, total motiviert und wollten uns richtig was beibringen. Der Mix aus Sprecherziehungs-, Atem- und Begegnungsübungen sowie den Gruppenarbeiten war eine tolle Auswahl, um die schauspieltechnischen Fähigkeiten, die im Berufsumfeld relevant und anwendbar sind, zu trainieren.“

Ungewohnte Atmosphäre Die überschaubare Gruppengröße führte schnell zu einer vertrauten Stimmung, die nicht nur den fachlichen, sondern auch den privaten Austausch förderte: „Das war sehr untypisch für Anwälte, vor allem für Baurechtsanwälte, aber ich empfand das als äußerst angenehm“, beschreibt Dr. Schmid die Atmosphäre. Dozent Schulze bestätigt diesen Eindruck: „Ein riesen Lob muss ich an die Teilnehmer aussprechen, die allesamt vom ersten Moment an offen und zugewandt waren und äußerst engagiert mitgemacht haben.“

Dass die ARGE Baurecht in Person der Vorstandsmitglieder Dr. Petra Sterner und Kathrin Heerdt an je einem der beiden Tage präsent war, wurde ebenfalls sehr positiv aufgefasst. „Ich kann das Seminar jedem Baurechtler empfehlen, unabhängig von Alter und Geschlecht. Voraussetzung für einen Erfolg ist lediglich die Bereitschaft, gewisse Hemmungen und Fassaden fallenzulassen. Wer sich jedoch darauf einlässt und diesen Mut aufbringt, geht in jedem Falle gestärkt aus dem Workshop hervor“, erklärt Dr. Schmid. Auch Kathrin Heerdt, Vorstandsmitglied der ARGE Baurecht, zieht ein überaus positives Fazit: „Es war ein wirklich bemerkenswertes, unterhaltsames und lehrreiches Seminar, das wir in Zukunft wieder anbieten wollen.“

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