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Erstes Gutachten zu Baukosten: Das treibt die Kosten nach oben

Mehr als 7.000 Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von circa 1,4 Milliarden Euro wurden für das „Gutachten zum Thema Baukosten und Kostenfaktoren im Wohnungsbau in Schleswig-Holstein“ analysiert. Weitere rund 30.000 Wohnungen wurden aus dem Bundesgebiet zum Vergleich herangezogen. „Mit diesem Baukostengutachten setzen wir bundesweit Maßstäbe“, sagte Innenminister Hans-Joachim Grote auf der Fachtagung „Neue Perspektiven für den Wohnungsbau“, auf der er das Gutachten rund 200 Experten vorstellte. Die Studie wurde von der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. aus Kiel erstellt. Wir fassen für Sie das wichtigste zusammen und bieten das Gutachten zum Download an.

Das Gutachten liefere erstmals konkrete Belege, welche Faktoren die Baukosten nach oben treiben. Somit haben Kommunen, Investoren und Bauherren eine bessere Möglichkeit, diese Faktoren zu vermeiden. Innenminister Grote spricht daher von einer „Art Werkzeugkasten für die frühzeitige Planung“.

Wie das Gutachten deutlich macht, sind die reinen Baukosten landesweit weitgehend gleich hoch. Die großen Unterschiede entstehen vor allem durch die abweichenden Grundstückskosten und unterschiedliche Ansprüche. Da neue Häuser beispielsweise im Hamburger Umland sowie in Kiel und Lübeck deutlich häufiger mit Tiefgarage gebaut werden sollen als in kleineren Städten, trägt dies ebenfalls zu Kostendifferenzen bei. Daraus resultiert, dass die Baukosten im Hamburger Umland und auf den Inseln am höchsten sind. Diese treiben auch die durchschnittlichen Baukosten auf 2.581 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Für das Grundstück werden im Landesmittel 246 Euro für den Quadratmeter fällig. Dabei ginge es auch deutlich günstiger. Bei 20 Prozent der erfassten Projekte liegen die Baukosten mit 1.800 Euro pro Quadratmeter rund 25 Prozent unter dem Landesdurchschnitt.

Das Gutachten attestiert eine insgesamt hohe Qualität im Neubau – unabhängig vom Standort. Einen erhöhten energetischen Standard weisen vor allem die öffentlich geförderten Neubauten auf.

Da die Wohnungswirtschaft die seit 2015/16 stark gestiegenen Baukosten nicht im gleichen Maße auf die Mieten umlegt, empfehlen die Autoren der Studie den Kommunen eine „gezielte Baulandpolitik sowie ein vorausschauendes Grundstücksmanagement“. Knappes Bauland gilt als hauptsächliches Hindernis für mehr Wohnungsbau. Dem könne dadurch begegnet werden, so die Gutachter.

Das ganze Gutachten können Sie hier herunterladen.