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Zeitschrift auf einem Tisch

„Die Leute stürzen sich in das Abenteuer Hausbau oder Hauskauf, als gäbe es kein größeres Vergnügen,“ sagt Rechtsanwalt Dr. Peter Sohn im aktuellen Sonderheft Immobilien der Wirtschaftszeitschrift Capital. Im weiteren Verlauf des Interviews geht er auf die typischen Fehler privater Bauherrn ein (Leichtsinn, Emotionen, zu hohe Abschläge, zu früh bezahlt, unzureichende Leistungsbeschreibungen etc.) und erläutert diese anhand einiger eindrücklicher Beispiele aus der täglichen Praxis.

Überdies fasst Sohn fünf Goldene Regeln zusammen, die private Bauherrn beherzigen sollten, bevor sie sich für einen Baupartner entscheiden. Hier die Kurzfassung:

  1. Referenzen: Realisierte Projekte anschauen; mit anderen Kunden reden
  2. Bonität: Bonitätsauskunft der Bank verlangen
  3. Baubeschreibung: Konkret und präzise bis ins Detail
  4. Preis-Leistungs-Vergleich: Angebote auf Basis präziser Baubeschreibungen vergleichen
  5. Unabhängige Beratung: als Laie immer professionell beraten lassen

An anderer Stelle formuliert Sohn schließlich den Satz: „Wenn etwas schiefgeht, sagt der Handwerker nicht selten: Das war ich nicht.“ Anschließend erläutert er dann ein durchaus typisches Phänomen, das auftritt, wenn es auf der Baustelle zu Problemen kommt: Der eine zeigt auf den anderen, der Handwerker auf den Rohbauer, der Rohbauer auf den Architekten usw.

Während sich das Capital Sonderheft Immobilien (Reichweite 850.000) an private Bauherrn richtet, zielt FOCUS Business (Reichweite 500.000) eher auf Geschäftsleute ab. Entsprechend anders ist die Perspektive der Fragen, die Rechtsanwältin Dr. Birgit Franz in der aktuellen Ausgabe beantwortet.

Ist Deutschland eine Lachnummer, Frau Franz?

„Das klingt zwar hart, ist aber leider nicht von der Hand zu weisen,“ antwortet Rechtsanwältin Dr. Birgit Franz im FOCUS Business auf die Frage, ob sich die Welt über Deutschland und seine reihenweise strauchelnden Großprojekte lustig machen würde. Weiterhin erläutert sie, was genau am Berliner Flughafen schiefgelaufen sei: „Das Problem war von Anfang an angelegt.“ Die Vergabe an einen Generalunternehmer sei den Auftraggebern zu teuer gewesen und man habe sich auf Einzelvergaben verlegt, ohne für die dringend nötige Koordination aller Maßnahmen zu sorgen.

Zur Frage nach den grundsätzlichen Problemen mit Großbauvorhaben in Deutschland sagt Franz: „Aufträge werden vergeben, noch bevor alle Umstände bekannt sind und alle Leistungen abschließend definiert werden können.“ Kostenexplosionen seien dadurch vorprogrammiert. Allerdings sei daran zu zweifeln, ob große Bauvorhaben wie die Elbphilharmonie überhaupt umgesetzt worden wären, wenn die tatsächlichen Kosten von Anfang an bekannt gewesen wären.

Schlichten statt streiten

Als eine mögliche Lösung für die Misere sieht Franz die Mehrparteienverträge, die in anderen Ländern längst praktiziert werden. Der Vorteil: alle Baubeteiligten werden frühzeitig eingebunden. Auch die Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) sieht Franz als einen Weg, Risiken bei Großprojekten wesentlich zu reduzieren.

Noch wichtiger sei jedoch, die Streitkultur beiseite zu lassen und eine „Kultur der Problemlösung und Kooperation zu etablieren“. Außergerichtliche Optionen wie die baubegleitende Mediation können da sehr hilfreich sein, so Franz.

Das Interview mir Rechtsanwältin Dr. Birgit Franz lesen Sie im Focus Business Nr. 3/2019 vom 15. Oktober 2019.

Das vollständige Interview mit Rechtsanwalt Dr. Peter Sohn lesen sie im Capital EXTRA Sonderheft Immobilien vom 24. Oktober 2019.

Hörenswert ist auch der n-tv-Podcast mit Rechtsanwalt Dr. Peter Sohn vom 4. Oktober, den Sie online oder über eine geeignete App anhören können. (Folge 190: "Beim Hausbau lauern viele Fallen")