Tagung

„Komplexe Inhalte in netter Gesellschaft“

Die Tagungen der ARGE Baurecht haben es in sich. Denn wenn erfahrene Kollegen das Referentenpult in ein juristisches Hochreck verwandeln und souverän eine 10.0 erturnen, rauchen bei den jungen Kolleginnen und Kollegen schon mal die Köpfe. Rechtsanwältin Lena Rath und Rechtsanwalt Thomas Moritz können das aus eigener Erfahrung durchaus bestätigen. Beide sind Mitglieder in der ARGE Baurecht und inzwischen auch im Ausschuss junge Anwälte aktiv. Im Interview sprechen sie über ihre ersten Baurechtstagungen und verraten dabei, wie der Einstieg in die Baurechtsszene ganz einfach gelingt.

Frau Rath, Herr Moritz, erinnern Sie sich noch an Ihre erste Baurechtstagung? Wie sind sie von den Kolleginnen und Kollegen „aufgenommen“ worden?

Rath: Bei meiner ersten Tagung kannte ich bis auf eine Kollegin niemanden. Da bleibt einem gar keine andere Möglichkeit, als Leute anzusprechen, sich vorzustellen und das Gespräch zu suchen. Das kostet manchmal vielleicht Überwindung, zahlt sich aber immer aus. Die Kolleginnen und Kollegen sind so nett und positiv, dass ein Einstieg einfach leicht fällt. Inzwischen haben sich tolle Kontakte und vereinzelt auch Freundschaften entwickelt.
Moritz: Nachdem mich ein Kollege, Rechtsanwalt Dr. Andreas Bahner (ebenfalls Mitglied im Ausschuss junge Anwälte, Anm. d. Red.) beim Fachanwaltslehrgang im Herbst 2015 ansprach und von den Aktivitäten der ARGE und des Ausschusses Junge Anwälte erzählte, bin ich im Sommer 2016 Mitglied geworden. Meine erste Tagung folgte dann im Herbst 2016. Da ich bereits einige der Teilnehmer kannte, fand ich sehr schnell weiteren Anschluss. 

Welche Erfahrungen haben Sie auf den Baurechtstagungen gemacht? Gab es vielleicht auch Überraschungen oder „Schlüsselmomente“?

Moritz: Ich war wirklich überrascht, wie komplex die Materie vieler Vorträge ist. Das sind zum Teil Spezialmaterien, die kurz nach dem zweiten Staatsexamen schon heftig sind.
Rath: Ja, das kann ich bestätigen. Manche Vorträge werde ich wohl nie vergessen. Das waren grandiose Beiträge zu spannenden Themen, vorgetragen von sehr guten Referenten. Spontan denke ich da an die Herren Kainz, Jansen, Thierau, Kniffka oder Leupertz. Die Skripte solcher Beiträge nutze ich bis heute, um Details nachzuschlagen.
Moritz: Beeindruckend ist auch, dass auf den Tagungen immer auch Mitglieder des VII. Zivilsenats anwesend sind und meist auch referieren. Dadurch erhält der BGH sozusagen ein Gesicht und wir können Berührungsängste abbauen und in Kontakt kommen.
Rath: Richtig gut fand ich auch die Baustellenbesuche, wie etwa die des Berliner Flughafen oder der Elbphilharmonie. Da hören Sie an einem Tag einen Vortrag zu einem theoretischen Thema und besuchen dann am nächsten Tag den Ort des Geschehens. Das hat mir gut gefallen.

Was ist der größte Gewinn, den Sie aus den Tagungen ziehen?

Moritz: Das Kontakteknüpfen ist ein ganz großer Vorteil der Baurechtstagungen. Aber auch der inhaltliche Input, der Mix aus Wissenschaft und Praxis ist wirklich gut. Anspruchsvolle rechtliche Themen kombiniert mit baupraktischen Ausführungen bringen einen in der Praxis effektiv weiter.
Rath: Ja, genau, es ist die Kombination aus fachlichem Input und dem Schaffen eines eigenen Netzwerkes.

Stellen Sie sich vor, ich würde als junger Baurechtler zum ersten Mal auf eine Tagung gehen und dort niemanden kennen. Was raten Sie mir?

Moritz: Sie sollten sich auf jeden Fall auf die komplexen Themen vorbereiten. Das habe ich selbst auch so gemacht. Suchen Sie zum Beispiel Veröffentlichungen der Referenten oder allgemein zu dem Thema, die Sie sich vorher anschauen können. Dann starten Sie vor Ort nicht bei null, sondern bringen eine gewisse Grundlage mit.
Rath: Als neuer junger Kollege sollten Sie keine Berührungsängste mit den manchmal sehr spezialisierten Fachbeiträgen haben. Da heißt es einfach, dran bleiben. Die Grundlagenveranstaltung am Freitagvormittag bietet zudem die Gelegenheit für einen leichteren Einstieg in die Tagung. Und an dem gemeinsamen Essen am Freitagabend sollten sie natürlich auch teilnehmen.
Moritz: Die Bauhelme für neue Mitglieder der ARGE Baurecht sollten Sie auch nutzen. Ich rate dazu, den eigenen Helm schon gleich am Anfang abzuholen und sich somit sichtbar als Neu-Mitglied auszuweisen. So sehen Sie auf einen Blick, wer zu den Neuen gehört und haben einen prima Gesprächseinstieg.
Rath: Sprechen Sie die Kolleginnen und Kollegen direkt an. Sobald Sie einen Kontakt haben, kommen schnell weitere hinzu. So entwickeln Sie als Einsteiger schnell ein eigenes Tagungsnetzwerk.

Frau Rath, Herr Moritz, vielen Dank für das Gespräch!