Tagung

„Das Tolle sind die Kontakte“

Am 10. und 11. März gibt sich die deutsche Baurechtsszene wieder einmal ein Stelldichein. Ort des Geschehens ist Potsdam. Spektakuläre Bauprojekte haben hier eine lange Tradition: Bis heute ist das Stadtbild der ehemaligen Residenzstadt preußischer Könige geprägt von prunkvollen Schlössern und Palästen. So ist es nur folgerichtig, dass hier nun eine Tagung der ARGE Baurecht stattfindet. „Das Fachprogramm der 49. Baurechtstagung kann mit der tollen Kulisse Potsdams durchaus konkurrieren“, sagt Rechtsanwältin Heike Rath, die über zwei Dekaden die Geschicke der ARGE Baurecht prägte. Im Gespräch erläutert sie, warum sie bisher kaum eine Baurechtstagung verpasst hat und warum sie auch dieses Mal wieder dabei sein wird.

“Das Tolle ist der Kontakt mit den Kollegen. Das stand und steht für mich immer im Vordergrund”, sagt Heike Rath spontan. In der Tat bieten die Tagungen für alle Teilnehmer einen idealen Rahmen, um außerhalb des Tagegeschäfts alte und neuen Kontakte zu pflegen. “Das macht aber nur dann richtig Spaß, wenn auch das Programm stimmt“, unterstreicht die erfahrende Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht, während sie einen Blick auf das Fachprogramm der 49. Baurechtstagung wirft.

Auch erfahrene Baurechtler lernen nicht aus

“Berufung in Bausachen ist ein Thema, dass jeder Anwalt heute beherrschen muss”, sagt sie spontan. Jeder Rechtsanwalt müsse in der Lage sein, Verfahren in der zweiten Instanz zu führen. Daher sei es wichtig, ein solches Thema regelmäßig auf dem Programm zu haben, denn man lernt einfach nicht aus, wie ich vor kurzem am eigenen Leib erfahren musste. Ich hatte eine Vorschussklage mit einer Feststellungsklage verbunden und in erster Instanz voll gewonnen. Während des Berufungsverfahrens wurde die Sanierung abgeschlossen, so dass statt der Feststellung Zahlung begehrt werden konnte. Ich musste mich vom OLG Frankfurt belehren lassen, dass ich dazu Anschlussberufung hätte einlegen müssen (OLG Frankfurt Urt. v. 24.4.2015 – 13 U 193/12).

“Auch wenn wir in der täglichen Praxis selten in direkten Kontakt mit dem BGH kommen, so sind wir aber diejenigen, die den Mandanten beraten, ob eine weitere Instanz Sinn macht. Da hilft es schon sehr, wenn man durch eine erfahrene Kollegin Einblick in die Besonderheiten des „Bauprozesses in der dritten Instanz“ bekommt.

“Aktuelle Verjährungsprobleme in Bausachen” bezeichnet Rath als “perfektes Thema für jeden Anwalt, da wir immer Gefahr laufen, dabei in die ‘Regress-Falle’ zu tappen”. Rath zufolge sei das Besondere an diesem Vortrag, dass ein Grundlagenthema von einem sehr erfahrenen Referenten vorgetragen wird. “Der Kollege ist bekannt dafür, dicke Bretter zu bohren und so bin ich mir sicher, dass er sich schwierigen, ungeklärten oder heiß diskutierten Fragen widmen und substanzielle Einsichten liefern wird.“

Präsenz der Richterschaft

„Das Besondere am Samstagmorgen ist, dass das Programm von zwei Richtern der zweiten und dritten Instanz gestaltet wird“, unterstreicht Rath. Die BGH-Rechtsprechungsübersicht von Herrn Richter am BHG Halfmeier sei ja inzwischen ein Klassiker und die Antworten des Vorsitzenden Richters am OLG Rast auf die Frage „Gilt die HOAI in allen Schuldverhältnissen?“ werden sicher interessant und aufschlussreich.

Das anschließende Thema “Scheinselbstständigkeit“ spiele in der täglichen Praxis der Kanzlei Rath zwar kaum eine Rolle, „aber das liegt möglicherweise daran, dass ich die Bedeutung dieses Themas bisher nicht erkannt habe. Deshalb sei es gut, dass die ARGE Baurecht auch immer mal wieder vermeintliche Randthemen aufgreift, damit man selbstkritisch hinterfragen könne, ob man in der Beratung etwas verbessern muss. „Vor dem Hintergrund dieses Programms freue ich mich auf den fachlichen und persönlichen Austausch in Potsdam“, schließt Rath.

Hier können Sie sich direkt online zur 49. Baurechtstagung anmelden.