Pressemitteilung

Sind die Kosten im Griff, freut sich der Bauherr

„Geld spielt keine Rolle“ kann wohl kaum ein Bauherr von sich behaupten. Üblicherweise ist das Budget der Dreh- und Angelpunkt für Planung und Ausführung eines Bauvorhabens. Für die meisten Konflikte ebenfalls. Daher tun Bauherren gut daran, noch vor dem ersten Spatenstich alle Weichen dafür zu stellen, um die Kosten während der gesamten Bauzeit fest im Griff zu behalten. „Im Grunde geht es nur darum, beauftragte und erbrachte Leistungen abzugleichen“, sagt Rechtsanwältin Kathrin Heerdt von der Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht (ARGE Baurecht). „Allerdings steckt der Teufel bekanntlich im Detail, denn in den seltensten Fällen wird ein Bau so abgewickelt, wie bei Vertragsschluss vereinbart.“ Die Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht erläutert, worauf Bauherren achten sollten und was zu tun ist, wenn etwas schiefläuft.

Am Bau eines einfachen Einfamilienhauses sind in der Regel zehn bis 15 unterschiedliche Handwerksfirmen beteiligt. Bei der Zusammenarbeit von so einer großen Anzahl verschiedener Gewerken können an vielen Stellen Missverständnisse entstehen, aus denen Streitigkeiten resultieren. „Fachleute haben oft ein anderes Verständnis von Baubegriffen als unerfahrene Bauherren“, erläutert Heerdt. Vor der Schließung von Verträgen, sollten alle Vertragspartner ein einheitliches Verständnis der Leistungen bis hin zu kleinen Details klar definiert haben. Das Leistungsprogramm sollte am Ende von allen Vertragsparteien verstanden und abgestimmt worden sein. Dafür ist es wichtig, dass Bauherren im ersten Gespräch mit Architekten oder Bauunternehmer unmissverständlich ihren Kostenrahmen klarmachen. „Der Architekt kann dann die Vorstellungen des Bauherrn sehr schnell einschätzen und das Bauvolumen auf Machbarkeit prüfen“ so Heerdt.

Bauprofi als Übersetzer

Viele Streitigkeiten enstehen dadurch, dass die Vertragspartner die gleichen Begriffe unterschiedlich verstehen. Hinterfragt der Bauherr bestimmte Begriffe nicht, kommt es schnell zum Streit. Bauunerfahrene Bauherren sollten am besten immer einen Bauprofi an ihrer Seite haben, um die Begrifflichkeiten zu klären bevor Verträge unterzeichnet werden. „Haben indes alle Beteiligten das gleiche Verständnis des Leistungsprogramms, ist die baubegleitende Kontrolle um ein Vielfaches leichter“, so Heerdt.

Budgetfalle Änderungen

Soll das Bauvorhaben in Eigenregie geleitet werden, sollte man sich vorher fragen, ob die eigene Fachkunde und Beurteilungsfähigkeit reicht oder ob man in professionelle Unterstützung investiert. Aus rechtlicher Sicht rät Heerdt dringend zur sorgfältigen Vertragsgestaltung, Vereinbarung von Sicherheiten und Überprüfung der abgerechneten mit den ausgeführten Leistungen.

„Das lässt sich doch mal eben ändern“, solche oder ähnliche Sätze sind auf der Baustelle schnell geäußert, lassen aber genauso schnell die Preise hochschnellen.  „Änderungswünsche halten Bauunerfahrene schnell für Kleinigkeiten und vergessen dabei, realistisch an die finanziellen und zeitlichen Konsequenzen zu denken“, warnt Heerdt. Gebäudeplanung und Projektsteuerung sind komplex und reagieren empfindlich auf kurzfristige Änderungen.

Reden ist Gold

Gewünschte Veränderungen oder nicht erfüllte Erwartungen sollten offen kommuniziert werden, um so zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Auch bei gründlicher Planung ist das auf dem Bau nicht immer möglich und es kommt zu Unstimmigkeiten. „Dann ist es das allerwichtigste, im Gespräch zu bleiben“, unterstreicht Heerdt, „auch wenn das Verhältnis zwischen Bauherr, Architekt und Bauausführenden schon einigermaßen gestört ist.“ Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte ein Bausachverständiger eingeschaltet werden. Auch eine baurechtliche Einschätzung kann helfen. Auf Basis einer realistischen Einschätzung durch neutrale Instanzen zeigen sich die Beteiligten eher einsichtig und finden eine auskömmliche Lösung. Die Kosten dafür sind im Verhältnis zu dem, was auf dem Spiel steht, sehr überschaubar.